Asthma Aspekte - Kompetenzzentrum für Atemwegserkrankungen



Atemwegserkrankung
Die Symptome bei Heuschnupfen: Ständiges Niesen, tränende Augen und Kopfschmerzen.

Was ist Asthma bronchiale?
Hauptmerkmal sowohl beim allergisch bedingten als auch beim nichtallergisch bedingten Asthma, ist eine Entzündung der Atemwege.

Asthmaerkrankungen
Fit trotz Asthmaleiden !







Was ist Asthma bronchiale?
Hauptmerkmal sowohl beim allergisch bedingten als auch beim nichtallergisch bedingten Asthma, ist eine Entzündung der Atemwege.

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Asthma Aspekte

Geschichtliches aus der Medizin

Mit der Verbreitung wissenschaftlicher Fachmaterialien ging die Entwicklung der Medizin einher. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass insbesondere im letzten Jahrhundert die Zahl der medizinischen Erfindungen und der Entdeckungen von Krankheiten und ihren Behandlungsmethoden exponentiell zunahm.


FahrradergometerAsthma und Sportmedizin

Asthma und Sport müssen sich einander nicht ausschließen. Zwar halten viele Eltern ihre asthmakranken Kinder noch immer vom Schulsport fern, moderne Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass eine individuell angepasste sportliche Betätigung für Asthma-Kranke von Vorteil ist. Gut behandelte Asthmatiker können nicht nur ein normales Alltagsleben führen, sondern erzielen sogar auf sportlicher Ebene Welthöchstleistungen. Aber auch die ganz normale Teilnahme an einer Asthmasportgruppe erweist sich in der Asthmatherapie oft als nützlich, wenn sie sportmedizinisch betreut wird.
Die Geschichte der Sportmedizin ist noch nicht einmal sehr alt. Der erste Kongress von Sportärzten fand im Jahre 1912 im thüringischen Oberhof statt. Dies war auch das Gründungsjahr des "Deutschen Reichskomitees für die wissenschaftliche Erforschung des Sportes und der Leibesertüchtigung".



Das Cortisol-Wunder

Asthma ist eine chronische Erkrankung, die durch eine anfallsweise auftretende Atemwegsverengung und eine Entzündung der Atemwegsschleimhaut gekennzeichnet ist. Die Obstruktion (lat.: obstructio = Verlegung, Einengung) ist dabei im Gegensatz zur COPD vollständig reversibel. Die Entzündung kann jedoch fortschreiten, das Asthma verschlimmern und sogar zu dauerhaften Schäden der Lunge führen. Es ist gut verständlich, dass die Behandlung des Asthma deswegen sowohl auf die Bronchienverengung als auch auf die Entzündung abzielen muss. Dieses wichtige Therapieprinzip kann am besten gewährleistet werden, wenn das bronchienerweiternde Mittel (zum Beispiel Formoterol) und der Entzündungshemmer (zum Beispiel Budesonid) gemeinsam – möglichst als Kombination aus einem Gerät – inhaliert wird. Budesonid ist einer der wirksamsten Entzündungshemmer, die wir heute kennen. Im entfernten Sinne ist er ein Nachfahre des Cortisols.



Durch Asthma bedingter SchulausfallAsthmatiker: Hilfe bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit

AIRE brachte es an den Tag

AIRE-Studie - inter diesem Synonym verbergen sich die Worte "Asthma Insight & Reality in Europe". Dabei handelte es sich um eine vor wenigen Jahren in sieben europäischen Ländern durchgeführte Untersuchung, in deren Rahmen fast 75.000 Haushalte befragt worden sind. Von den Befragten sind jeweils 400 repräsentative Asthmatiker pro Land ausgewählt worden, die detailliert über ihre Asthmabeschwerden berichten sollten. Das ermittelte "Beschwerdeprofil" wurde dann von Wissenschaftlern mit den Ansprüchen der modernen Medizin verglichen, die sich heutzutage jeder Arzt bei der Behandlung des Asthma als Ziel setzt.
Das Ergebnis war ernüchternd. Zwischen Wunsch und Wirklichkeit klaffte eine große Lücke! 46 Prozent aller Asthmatiker hatten tagsüber Beschwerden, zwei Drittel der Betroffenen erlitten sogar schwere Asthmaanfälle, 63 Prozent der Asthmatiker fühlten sich bei Sport, Beruf und im alltäglichen Leben beeinträchtigt.



Darstellung aus dem 16. JahrhundertKonfekt gegen Asthma

Seit altersher standen den Ärzten immer auch "Verbündete" zur Seite. Die Heilkunst des Mediziners wäre nur halb so erfolgreich, gäbe es da nicht die "Medikamente". In früheren Jahrhunderten bereitete sich jeder Arzt seine – oftmals geheim gehaltene – Rezeptur selbst zu. Heilmittel aus Pflanzenstoffen spielten damals eine herausragende Rolle. Aber auch Mineralien, Heilwässer und Teile von tierischen Geweben erfüllten bereits eine wichtige Funktion bei der Behandlung zahlreicher Krankheiten. Einige traditionelle Arzneimittel haben ihre Berechtigung sogar bis in die heutigen Tage bewahrt. Denken wir zum Beispiel an die entzündungshemmende Kamillentinktur oder den schmerzstillenden Inhaltsstoff der Weidenrinde. Letzterer, die Acetylsalicylsäure, trägt nicht nur stolz den Namen seiner Herkunft (cortex salicis = Weidenrinde), sondern findet sich noch heute in der weltweit am meisten gekauften Kopfschmerztablette.



Krebsauslöser Rauchen

Ernst Ludwig Wynder und Evarts Ambrose Graham

Der 10. April 1954 ließ die Welt aufhorchen. Das Nationale Krebsinstitut der USA veröffentlichte an diesem Tag erstmals so genannte "epidemiologische Daten"(4). Es wurde bekannt gegeben, dass 711.000 Amerikaner an einer Krebserkrankung leiden. Weit mehr als die Hälfte der Betroffenen musste stationär behandelt werden. Die meisten von ihnen waren Raucher. Derartige Fakten hatten nicht nur damals einen erheblichen Einfluss auf gesundheitspolitische Entscheidungen von Regierungen in aller Welt. Im Focus der Krebsbekämpfung steht noch heute in erster Linie die Ächtung des Zigarettenrauchens.



Über die Wirkung des Tabaks in der Behandlung des Asthma

Jean Nicot Sieur de Villemain (1530-1600)
Nicolás Monardes (1493-1588?)
Die Tabakpflanze wurde durch die großen Seefahrer früherer Jahrhunderte aus Südamerika in die "alte Welt" gebracht. Hier galt sie zunächst als Zierpflanze. Weil sie sich auf den hiesigen Böden und unter den mitteleuropäischen Klimaverhältnissen gut kultivieren ließ, war sie bald in ganz Europa verbreitet. Jean Nicot Sieur de Villemain (1530-1600) überraschte damals mit der Nachricht, dass sich Nicotiana, wie die Pflanze fortan hieß, zur Wundheilung und gegen Kopfschmerzen eignet. Die wissenschaftlichen Beinamen "herbe sacrée" oder "herba prioris", belegten den hohen Stellenwert, den Tabak damals in der Heilkunst besaß. Schon bald wurde Tabak bei mehr als 30 Krankheiten eingesetzt.


nach Ruysch´s Technik konservierte Lunge

Präpariertechnik - Die Kunst Organe zu präparieren

Kontrovers und oft rigoros wird sie geführt, die Diskussion um die Ausstellung "Körperwelten" des inzwischen weltbekannten Plastinators von Hagen. Zugegeben, anatomisches Wissen ist keine Sache, die wie Kosmetika vermarktet werden sollte. Dennoch: Ohne das "Zur-Schau-Stellen" des Körperinneren hätten viele Menschen keinerlei Vorstellungen darüber, ob zum Beispiel die Milz rechts oder links im "Bauch" zu finden ist. Dass die Fortschritte der Medizin ohne die während vieler Jahrhunderte oft heimlich durchgeführten Sektionen Verstorbener undenkbar wären, versteht sich von selbst. Obwohl es meist nicht das Verdienst einzelner ist, den menschlichen Körper ergründet zu haben, lassen sich doch immer auch herausragende Wegbereiter benennen, die das medizinische Wissen ihrer Zeit in besonderer Weise bereichert hatten. Zu ihnen muss auch der holländische Anatom Frederik Ruysch (1638-1731) gezählt werden.



Der Widerhall aus dem Brustkorb: "Palpation, Inspektion und Perkussion"

Leopold Auenbrugger, Hofarzt Maria Theresias

Die medizinische Diagnostik nutzt heutzutage die allermodernsten Innovationen aus Wissenschaft und Forschung. Viele unserer Leser werden nicht nur das Röntgengerät kennen, sondern mussten vielleicht sogar schon einmal ein so genanntes MRT machen lassen. MRT steht für das Wort "Kernspin-Tomographie" und nutzt Erkenntnisse aus der Quantenphysik, der Chemie und der Medizin gleichermaßen. Die verwendeten High-Tech-Geräte gleichen eher kompakten Computern, als den herkömmlichen klassischen "bildgebenden Verfahren". Sie gestatten zum Beispiel eine detailgetreue Widergabe von Knochen, Organen oder Gefäßen, die am Bildschirm dann sogar beliebig hin- und hergedreht werden können. Der Arzt ist heute in diesem Sinne nicht nur Mediziner sondern oftmals auch ein hochspezialisierter "Medizin-Techniker".



Lungenbläschen

Malphigi - Untersuchungsergebnisse zur Lunge Zugegeben, Frösche an sich haben nicht mehr und nicht weniger mit den Lungenbläschen zu tun, als viele andere Tiere auch. Dennoch gebührt dieser Spezies der Ruhm, wenigstens "passiv" zur Entdeckung dieser für den Gas-Austausch in den Lungen verantwortlichen Strukturen beigetragen zu haben.

Im Jahre 1661 veröffentlichte der italienische Arzt Marcello Malphigi (1621-1694) sein Werk "de pulmonibus" über den Aufbau der Lunge. Eigentlich bestand diese Arbeit lediglich aus zwei Briefen, die er von Bologna aus an seinen Freund, den Naturforscher Giovanni Alfonso Borelli, nach Pisa schickte. Er berichtet darin über eine neue Entdeckung, die er während einer Sektion gemacht hatte. Malphigi gelang es, durch mikroskopische Beobachtung in der Lunge von Fröschen die kapillare Verbindungsstelle zwischen Venen und Arterien zu sehen.



Sauerstoff gegen Atembeschwerden

Joseph Priestley (1733-1804)
Carl Wilhelm Scheele (1742-1786)


Das Jahr 1774 gilt als ein besonderer Meilenstein in der Geschichte der Chemie. Der britische Naturforscher Joseph Priestley (1733-1804) und der schwedische Chemiker Carl Wilhelm Scheele (1742-1786) entdeckten zu dieser Zeit unabhängig voneinander das Element Sauerstoff. Ersterer nannte den neu entdeckten Stoff "dephlogistierte Luft", letzterer sprach gar von "Feuerluft". Den heutigen modernen Namen "Sauerstoff" verdanken wir dem Chemiker Antoine Laurent de Lavoisier (1743-1794). Sauerstoff kommt vor allem in der Luft und im Wasser vor. Vermutlich ist Ihnen in Erinnerung, dass ein Liter Luft etwas weniger als ein viertel Liter Sauerstoff enthält (genauer 20,931 Prozent). Berechnen wir den Gewichtsanteil, so finden wir auf ein Kilogramm Luft etwa 23 Prozent Sauerstoff. Fast 77 Prozent der Luft besteht hingegen aus Stickstoff. Dennoch gewinnen Sie jede Wette, wenn Sie behaupten, Sauerstoff sei das häufigste Element. Allein am Wasser hat er einen (natürlich chemisch gebundenen) Anteil von 89 Gewichtsprozent.



tabakpflanzeNikotinsucht

Im Jahre 1997 verpflichtete sich die Amerikanische Tabakindustrie 206 Milliarden Dollar zur Prävention von Raucherkrankheiten zu bezahlen und die Tabakwerbung zumindest bei Jugendlichen zu unterlassen. Im Juli 1999 wurden die Tabakkonzerne abermals zur Kasse gebeten: Ein an Krebs erkrankter Kläger hatte 200 Milliarden Dollar gefordert, weil er von den Zigarettenherstellern nicht über die Gefahren des Rauchens aufgeklärt wurde. Er fühlte sich durch die Dynamik, Gesundheit und Lebensstil suggerierende Reklame offenbar irregeführt, rauchte weiter und lag nun im Sterben. Die Richter gaben ihm Recht.

Auf solche Urteile würde man in Deutschland vergeblich warten. Natürlich fällt es schwer zu glauben, der Mann habe jahrzehntelang in der Annahme geraucht, die Zigaretten wären etwas so Gesundes wie Obst. Auch die akribischen Vorsichtsmaßnahmen der Amerikaner, die den Produzenten vor derartigen Klagen bewahren sollen, sind uns fremd.



Professor Jean Fernel (1497-1558)

"Konsilium" über den Lungenschleim

Das "Kranksein" konnten sich früher nur die Reichen leisten. Ohne darüber zu spekulieren, ob dieser Satz in naher Zukunft auch in Deutschland wieder zu einer "wahren Aussage" avanciert, wollen wir lieber präzisieren: "Den Arzt konnten sich früher nur die Reichen leisten". Das gemeine Volk war auf den örtlichen Quacksalber, Heilkundige oder das Kräuterweiblein aus dem nahen Wald angewiesen. Richtige "Patienten" waren oft ebenso hochgestellte Persönlichkeiten, wie die wenigen behandelnden Ärzte. Obwohl es heutzutage kaum vorstellbar ist, war für die Behandlung einer Krankheit nicht einmal der persönliche Kontakt zwischen der hochgestellten Persönlichkeit des Kranken und dem oft als Koryphäe weltbekannten Arzt erforderlich. Der Mediziner gab nur allzu oft seine wertvollen Ratschläge aus der Ferne, ohne den Patienten jemals zu Gesicht bekommen zu haben. Derartige "ferndiagnostische Ratschläge und Behandlungsvorschriften" bezeichnet man als Konsilium.



Über "Rauchtrinken" und Nikotin

Tabak war bereits vor etwa zweieinhalb Tausend Jahren bekannt. Die Indianer Nordamerikas rauchten die Blätter der Tabakpflanze während ihrer Meditationen, um mit den Göttern in engeren Kontakt zu kommen. Im Jahre 1556 gelangten Tabakpflanzen erstmals von Santo Domingo aus nach Spanien. Zwei Jahre später brachte Francis Drake das Gewächs an den englischen Hof. Zunächst als Zierpflanze geschätzt, "schnupfte" auch der französische König bald den zerkleinerten Tabakschnitt. Der berühmte Entdecker Sir Walter Raleigh führte später das Pfeifenrauchen ein. Das genussvolle Einatmen des Tabakrauches wurde damals als "Rauchtrinken" bezeichnet. Erst später sprach man dann einfach vom "Rauchen".



Eine "bella Donna" gegen asthmatische Beschwerden

ArztDie schwarze Tollkirsche (Atropa bella-donna L.) blüht von Juni bis August am Rande schattiger Laubwälder und auf Kahlschlägen. Die meterhohe strauchartige Staude ist in Europa weit verbreitet. Alle Pflanzenteile sind stark giftig. Sie enthalten zahlreiche Alkaloide, vor allem das Atropin. Der deutsche Name "Tollkirsche" wurde der Pflanze wohl schon im Mittelalter verliehen, weil der Verzehr der kirschähnlichen Früchte zu Verwirrtheits- und Erregungszuständen, oft sogar zu Tobsuchtsanfällen führt. Die wissenschaftliche Bezeichnung "bella donna" hat jedoch eine ebenso nachvollziehbare Wurzel. Der mit "schöne Dame" übersetzte Name hängt mit den pupillenerweiternden Eigenschaften des Atropins zusammen. Frauen bedienten sich des Pflanzensaftes und träufelten sich ein wenig davon in die Augen. Ihre besonders "großen Augen" hatten zweifelsohne eine eigenartig verführerische Wirkung.



ÄrztinWas hat Fürst Albert mit Allergien zu tun?

Der Begriff "Allergie" geht auf das Jahr 1906 und Clemens v. Pirquet zurück. Das Wort ist aus dem Griechischen entlehnt und bedeutet soviel wie "veränderte Reaktion". Der berühmte Wiener Kinderarzt hatte beobachtet, dass manche Menschen beim zweiten oder dritten Kontakt* mit einem Allergen sehr heftig reagieren und Heuschnupfen oder einen Asthma-Anfall bekommen können. Später unterschied man auf Grund zahlreicher Beobachtungen die allmählich einsetzende so genannte "allergische Spätreaktion" von der unmittelbar einsetzenden "Sofortreaktion". Wir erinnern uns in diesem Zusammenhang, dass unser Organismus gegen jedes Allergen bestimmte Antikörper herstellt, die auf die Vernichtung des "Eindringlings" spezialisiert sind. Während der Bekämpfung des Allergens wird schlagartig Histamin freigesetzt. Es dringt sofort in die benachbarten Gewebe ein und verursacht in Sekundenschnelle eine örtliche Entzündung, tränende Augen, eine starke Schleimentwicklung und die Verkrampfung der Bronchien.



Mit Kaffee gegen Asthma?

KaffeeIm 17. Jahrhundert gab es noch keine ausreichend wirksamen Medikamente, um so schwerwiegende Erkrankungen, wie das Asthma bronchiale vernünftig behandeln zu können. Nicht selten wurde bei einem Asthmaanfall lediglich empfohlen, das Fenster zu öffnen. Manchmal ist der Betroffene auch "zur Ader gelassen" worden. Der englische Arzt John Floyer (1649-1734) hat sich zu jener Zeit wohl am stärksten mit dieser Erkrankung auseinandergesetzt. Durch Austesten zahlreicher natürlicher Wirkstoffe stieß er schließlich auch auf den Kaffee, den er als "hervorragendes Prophylaktikum" gegen asthmatische Attacken erkannte. Kaffee war in der Antike weder den Römern noch den Griechen bekannt. Erst im ausklingenden 16. Jahrhundert kamen die Europäer in Venedig, dem zentralen Handelsplatz mit orientalischen Ländern, erstmalig mit diesem Getränk in Berührung. Nachdem der Versailler Hof das Kaffeetrinken sehr viel später für sich entdeckt hatte, trat die Kaffeebohne ihren Siegeszug durch Europa an.



Arsen gegen Asthma?

In der wechselvollen Geschichte der Medizin hat das Asthma seit jeher eine wichtige Rolle gespielt. Neben zahlreichen begründeten Versuchen, die Krankheit durch spezielle Kräuterinhalationen und Weihrauch günstig zu beeinflussen oder der Luftnot mit Kaffee zu begegnen, gab es auch recht unsinnige Experimente. Das "Austrocknen des Asthmaschleims" oder die Behandlung des Kranken mit Zigarettenqualm sind wohl besonders kuriose, vor allem aber gefährliche, Praktiken. Auch die seit dem Ende des 17ten Jahrhundert empfohlene Therapie mit Arsen muss wohl zu dieser letzten Gruppe gerechnet werden.



Lungenheilkunde seit Leonardo da Vinci

Strahlen, die die Welt veränderten Die Geschichte der Lungenheilkunde reicht weit in das Mittelalter zurück. Leonardo da Vinci (1452-1519) und Vesalius (1514-1564) hatten einen großen Anteil an der Beschreibung des Atmungsorgans. Wichtige Beiträge zur Behandlung von Lungenkrankheiten lieferte Paracelsus (1493-1541) mit seinen Berichten über die "Bergsucht", eine Lungenkrankheit der Bergleute. Die Erfindung des Mikroskops ermöglichte im 17. Jahrhundert die Entdeckung des Kapillarsystems der Lunge. Lavoisier konnte 1785 die chemischen Vorgänge bei der Atmung erklären. Weitere wirklich bedeutende Fortschritte gab es erst wieder im frühen 19. Jahrhundert. Die moderne Pneumologie (Lungenheilkunde) entstand nach der Eingliederung der Naturwissenschaften "Physik" und "Chemie" in weite Bereiche der Medizin. Mit Pasteur (1822-1895) hielt die Mikrobiologie Einzug in die Lungenheilkunde. 1844 isolierte Koch den Tuberkulose-Erreger.



Ferdinand Sauerbruch´s Verdienste um die Thorax-Chirurgie

Operationen an der Lunge galten lange Zeit als unmöglich. Auch heute gehören sie zu den eher schwierigen Eingriffen. Die Ursachen dafür sind eigentlich "technischer" Natur. Um das zu verstehen, müssen wir jedoch etwas weiter ausholen: So wie der Blutkreislauf durch die Pumpe "Herz" angetrieben wird, gibt es auch einen "Motor", der die Atmung erzwingt: Es ist das Zwerchfell, das sich unterhalb der Lungen im Brustkorb auf und ab bewegt. Die elastische Muskelplatte wölbt sich im entspannten Zustand weit nach oben in den Brustraum hinein. Es befindet sich dann knapp unterhalb der Brustwarzen. Zieht sich das Zwerchfell hingegen zusammen, flacht die Wölbung stark nach unten ab. Der Brustraum ist dann deutlich größer, so dass ein Unterdruck entsteht. Dieser bewirkt, dass die Lunge den Bewegungen von Brustkorb und Zwerchfell nachfolgt. Auch die Luft wird dabei sozusagen per "Unterdruck" – eingezogen.



Robert Koch entdeckt den Tuberkelbazillus

Die Menschheit hat seit altersher an Tuberkulose gelitten. Dies bezeugen Skelette, aus der Jungsteinzeit und Mumien aus dem alten Ägypten. Hippokrates (460-377 v.u.Z.) beschrieb die Krankheit schon recht detailliert:

"Das Fieber verlässt sie nicht - niedrig ist es am Tag, aber in der Nacht flammt es wieder auf. Es kommt zu Schweißabsonderungen, die Kranken haben Hustenreiz, und dennoch ist der Auswurf unerheblich. Die Augen liegen tief in ihren Höhlen. Die Backen röten sich...(...). Diejenige die schaumiges Blut spucken, husten es aus der Lunge heraus."



Asthma - eine der ältesten Plagen der Menschheit

Alter InhalatorDie Geschichte der Atemwegserkrankungen ist so alt wie die Medizin als Wissenschaft selbst. Der ägyptische Papyrus Ebers (1568 v.u.Z.) ist das früheste medizinische Dokument, in dem sich erstmals der Begriff der Atemnot findet. Hier wird sogar schon ein Inhalationsapparat beschrieben, der Atembeschwerden lindern soll. Das Wort "Asthma" wird auch von Homer in seinem Epos "Illias" erwähnt. Dort bezeichnet es allerdings keine Krankheit, sondern ein ganz normales "Keuchen", das jeder Mensch unter starker körperlicher Belastung kennt. Seine Wurzeln hat das Wort Asthma wahrscheinlich im griechischen "asthmaíno", was sinngemäß "schwer atmen" heißt. Der griechische Arzt und Naturphilosoph Hippokrates (460-377 v.u.Z.), dessen weltberühmten Eid noch heute jeder angehende Arzt schwört, verband mit dem Begriff "Asthma" erstmals eine definitive Krankheitsbezeichnung. Aretaios lieferte etwa 200 Jahre später einen ausführlichen Bericht über die Beschwerden und den Verlauf dieser Erkrankung. In der Folgezeit hat sich dann der korrekte Name "Asthma bronchiale" durchgesetzt, der eigentlich schon sehr frühzeitig darauf hinweist, dass das Bronchialsystem insgesamt betroffen ist.