Was ist Asthma bronchiale?
Hauptmerkmal sowohl beim allergisch bedingten als auch beim nichtallergisch
bedingten Asthma, ist eine Entzündung der Atemwege.

Fit trotz Asthmaleiden !
Die Bronchien
COPD steht für die englische Bezeichnung "Chronic Obstructive Pulmonary Disease" zu Deutsch: "Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung". Der Arzt versteht darunter eine chronische Bronchitis, die im Krankheitsverlauf zu einer deutlichen Einengung (Obstruktion) der Atemwege geführt hat und aus der sich später eventuell sogar ein Lungenemphysem entwickeln kann.
COPD steht für die englische Bezeichnung "Chronic Obstructive Pulmonary Disease" zu Deutsch: "Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung". Der Arzt versteht darunter eine chronische Bronchitis, die im Krankheitsverlauf zu einer deutlichen Einengung (Obstruktion) der Atemwege geführt hat und aus der sich später eventuell sogar ein Lungenemphysem entwickeln kann.
Aktiv trotz Asthma !
Asthma Aspekte
Bronchienerweiterung
Bronchienerweiterung – die erste SäuleWir haben in unserer Rubrik "Wissenschaft verstehen" aufgezeigt, dass die einzig vernünftige Möglichkeit dem Luftmangel beim Asthma zu begegnen, in einer Erweiterung der Atemwege besteht. Medikamente mit bronchienerweiternder Wirkung lindern die Luftnot und verbessern die Asthmabeschwerden nachhaltig. Sie werden meist als "Reliefer" (relief = engl.: lindern, erleichtern) bezeichnet. Dem Arzt stehen im Wesentlichen drei verschiedene bronchienerweiternde Reliefer zur Verfügung. Beta-2-Sympathomimetika, Anticholinergika und Theophyllin.
Theophyllin entkrampft die Atemwege. Die Substanz ist ein Abkömmling des Coffeins, das wir mit jeder Tasse Kaffe zu uns nehmen. Wegen der ähnlichen Eigenschaften beider Substanzen wurde vielen Asthmatikern früher das Kaffee-Trinken regelrecht empfohlen. Theophyllin war über viele Jahrzehnte das Asthma-Mittel schlechthin. Als sich dann herausstellte, dass diese Substanz nicht viel zur Entzündungshemmung beitrug, musste sie Platz machen für neue moderne Bronchodilatatoren (ein anderes Wort für bronchienerweiternde Mittel).
Anticholinergika sind Substanzen, die indirekt zur Erweiterung der Bronchien beitragen, indem sie das Nervensystem beeinflussen. In Europa werden sie recht selten gegen das Asthma eingesetzt, finden jedoch bei der Bronchitis gelegentlich Verwendung. Anticholinergika wirken schwächer als die dritte und wichtigste Gruppe der Bronchodilatatoren – die Beta-2-Sympathomimetika.
Beta-2-Sympathomimetika sind die stärksten "Erweiterer der Atemwege". Wir wollen kurz zeigen, warum diese Substanzen so heißen. Sozusagen "nebenbei" wird dabei auch klar, wie sie wirken.
Die Vorgänge der Atmung laufen ohne unser Dazutun ab. Es wäre ja auch schrecklich aufwendig, wenn wir uns aktiv darum kümmern müssten, dauernd ein- und auszuatmen?. Das besorgt unser vegetatives Nervensystem sozusagen automatisch. Es besteht aus einem sympathischen (Sympathikus) und einem parasympathischen (Parasympathikus) Anteil. Beide Teile sind gewissermaßen Wechselspieler des Körpers, die sich in der Entwicklungsgeschichte immer besser spezialisiert hatten: Wird der Sympathikus erregt, so ist der Organismus auf "Aktion, Kampf oder Flucht geschaltet". Die Pupillen werden groß, die Leber setzt Zucker frei, die Skelettmuskeln werden stark durchblutet, das Herz schlägt wie wild und .... die Bronchien werden erweitert! Der Sympathikus macht uns sozusagen "startklar" für die Jagd. Wir können mehr Luft einatmen, pumpen mehr Blut an die wichtigen Stellen und sind topfit. Magen und Darm werden jetzt wirklich nicht gebraucht. Ihre Durchblutung wird "zurückgefahren". In der Nacht oder wenn die Jagd zu Ende ist, schlägt die Stunde des Parasympathikus. Die Pupillen werden klein, das Herz beruhigt sich wieder und die Bronchien werden eng gestellt – keiner muss jetzt wie verrückt atmen. Dafür erhalten Magen und Darm nun eine Extra-Portion "Durchblutung", denn während wir uns ausruhen, sollen sie die erlegte Beute ja verdauen.
Behalten wir bis hierhin vor allem in Erinnerung: Wird der Sympathikus aktiviert, dann werden unsere Luftwege weit gestellt! Die Aktivierung des Sympathikus erfolgt über bestimmte Substanzen (eine davon ist wohl jedem bekannt: Das Adrenalin). Solche Substanzen übertragen das Signal "Sympathikus aktiv" indem sie an eigens dafür vorgesehene "Rezeptoren" andocken. In den Atemwegen befinden sich die so genannten Beta-2-Rezeptoren. Werden sie aktiviert, so heißt das für die Atemwegsmuskulatur: "Erschlaffe!" Schauen Sie sich jetzt nochmals das Bild mit dem Bronchus aus der Rubrik "Wissenschaft verstehen" an: Wenn die Bronchialmuskulatur erschlafft, wird der Bronchus wieder weit!
Substanzen, die mit einer derartig "Sympathikus-aktivierenden Wirkung" an die Beta-2-Rezeptoren andocken, heißen folgerichtig "Beta-2-Sympathomimetika".
Es gibt zahlreiche verschiedene Beta-2-Sympathomimetika. Manche wirken nur sehr kurz, dafür aber auch sehr schnell. Wir werden sie in unserer Aprilausgabe im Rahmen der "Zweiten Säule der Asthmatherapie" besprechen. Für die Dauerbehandlung eignen sich langwirksame Beta-2-Sympathomimetika verständlicherweise sehr viel besser. Wenn sie dazu auch noch einen schnellen Wirkeintritt hätten, wären sozusagen "zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen". Tatsächlich gibt es ein solches lang wirksames Beta-2-Sympathomimetikum mit schnellem Wirkeintritt. Es ist das Formoterol, das wir schon aus unserer Patientengeschichte kennen.
Entzündungshemmung – die dritte Säule
Wir wissen bereits, dass dem Asthma bronchiale eine chronische Entzündung der Bronchialschleimhaut zugrunde liegt. Will man das "Übel an der Wurzel" packen, ist eine antientzündliche "Basis-Therapie" daher oberstes Gebot. Die wirksame Entzündungshemmung hält die Asthmabeschwerden langfristig unter Kontrolle. Gelegentlich werden solche Entzündungshemmer daher auch als "Controller" bezeichnet. Für die Behandlung des Asthma spielen drei wichtige Controller eine besondere Rolle: Cromoglycinsäure, Kortison und inhalative Glukokortikoide.Cromoglycinsäure und deren Abkömmlinge stabilisieren die so genannten Mastzellen. Aus der Februarausgabe von www.lunge-spezial.de wissen wir, dass Mastzellen beim Asthma durch bestimmte allergische Auslöser, wie zum Beispiel Blütenpollen oder Tierhaare, im Verlaufe eines komplexen biochemischen Geschehens zum Platzen gebracht werden können. Dabei werden zahlreiche Entzündungsstoffe, unter anderem das Histamin, freigesetzt. Letzteres verursacht eine Entzündung des umliegenden Gewebes, das Zusammenziehen der Bronchialmuskulatur und eine vermehrte Schleimbildung. Leider hemmt Cromoglycinsäure nicht alle Entzündungsstoffe, sodass ihre Wirkung begrenzt bleibt.
Kortison ist der Entzündungshemmer schlechthin. Die Substanz wird als körpereigenes, natürliches Hormon ständig in der Nebenniere gebildet. Von dort gelangt es in den Blutstrom und reguliert vielfältige biologische Prozesse unseres Organismus. Kortison beeinflusst zum Beispiel die Konzentration des Blutzuckers, unseres wichtigsten Energielieferanten. Es kann aber auch Überempfindlichkeitsreaktionen unterdrücken, und es ist das wirksamste natürliche Mittel gegen entzündliche Prozesse. Bei der Behandlung der entzündeten Bronchialschleimhaut muss dieses körpereigene Kortison allerdings durch zusätzliche Kortisongaben unterstützt werden. Bei sehr starkem Asthma werden dazu kurzfristig Kortisontabletten eingenommen. Unter Umständen ist auch eine einmalige hochdosierte Kortisonspritze erforderlich.
Inhaltive Glukokortikoide sind sehr eng mit dem Kortison und vielen anderen körpereigenen Wirkstoffen verwandt. Einen Vertreter der inhalativen Glukokortikoide kennen wir bereits. Es ist das Budesonid. Der Wirkstoff wird im Rahmen der Asthmabehandlung über ein ausgeklügeltes Inhalationssystem eingeatmet. Dadurch gelangt er in die Bronchien und die Lunge, wo er seine heilende Wirkung entfalten kann. Anders als ein Medikament, das man schlucken muss und das über das Verdauungssystem natürlich auch in den Blutkreislauf gelangt, sind solche inhalativ angewendeten Glukokortikoide eher mit einer Salbe zu vergleichen, die man lediglich auf die Haut aufträgt und die nur ganz sanft in die äußersten Zellschichten eindringt. Man spricht hier von einer lokalen oder "topischen" Anwendungsform. Von Medikamenten, die sich im ganzen Körper verteilen, sagt man hingegen, sie wirken "systemisch". Es ist leicht einzusehen, dass etwaige Nebenwirkungen einer topischen Anwendung sehr viel geringer sein müssen, als die einer systemischen. Heilende Gesichtswässer verursachen ja auch keine Beschwerden. Würde man sie jedoch trinken, hätte dies sicherlich unangenehme Folgen...
Der Wirkmechanismus inhalativer Glukokortikoide ist äußerst vielschichtig. An seinem Ablauf sind hunderte biochemische Einzelreaktionen beteiligt. Vereinfacht kann man sich vorstellen, dass die Glukokortikoidmoleküle in die äußeren Zellen der Bronchialschleimhaut wandern und dort an bestimmte Rezeptoren "andocken", wodurch letztere aktiviert werden. Der nunmehr aktivierte Rezeptor wandert daraufhin unverzüglich zum Zellkern, um seinerseits an einer spezifischen Stelle der dort aufbewahrten DNA, dem Träger aller Informationen des Zellgeschehens und Steuerzentrale für die "zellinternen" Produktionsvorgänge, anzukoppeln. Dies ist gewissermaßen der "Befehl", die Produktion von "Entzündungsstoffen" in der Zelle zu drosseln, dafür jedoch die Produktion von "entzündungshemmenden Stoffen" zu verstärken. Darüber hinaus scheinen inhalative Glukokortikoide jedoch auch die Zahl der Entzündungszellen (z.B. Mastzellen) direkt zu vermindern. Diese direkten Einflüsse und die Verschiebung der Produktion entzündungsfördernder hin zu entzündungshemmenden Stoffen in der Zelle, begründen den äußerst starken antientzündlichen Effekt inhalativer Glukokortiokoide.
a) Das Glukokortikoidmolekül wandert in die Zelle.
b) Dort dockt es an einen speziellen Rezeptor an, wodurch dieser "aktiviert" wird.
c) Der aktivierte Rezeptor dringt in den Zellkern und dockt dort an die DNA an.
d) Die derart "beeinflusste" DNA erteilt den Befehl, vorrangig entzündungshemmende Stoffe zu produzieren.
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