Asthma Aspekte - Kompetenzzentrum für Atemwegserkrankungen

Was ist Asthma bronchiale?
Hauptmerkmal sowohl beim allergisch bedingten als auch beim nichtallergisch bedingten Asthma, ist eine Entzündung der Atemwege.

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Asthma bronchiale

Beim Asthma bronchiale sind die Atemwege infolge einer chronischen Entzündung der Bronchialschleimhaut und einer dauernden Überempfindlichkeit der Atemwege zeitweise eingeengt. Deshalb ist sowohl eine antientzündliche als auch eine antiobstruktive Behandlung erforderlich.

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Raucherhusten, COPD und Asthma – wo ist denn da der Unterschied?

ÄrztinUm es gleich vorwegzunehmen: Zwischen Asthma und COPD zu unterscheiden, ist dem Laien in aller Regel nicht möglich. Beide Krankheiten gehen mit ähnlichen Veränderungen im Bronchialsystem einher und können zu schwerwiegenden Atemwegsstörungen führen. In beiden Fällen ist die Bronchialschleimhaut des Betroffenen geschwollen, gerötet und entzündet. In beiden Fällen kommt es auch zur übermäßigen Schleimproduktion und vor allem zur Obstruktion der Atemwege. Sowohl ein COPD-Patient als auch der Asthmatiker leiden an Luftnot.

Der Arzt vermag dennoch gravierende Unterschiede zwischen den Krankheitsbildern auszumachen. So zeigen sich im abgehusteten Schleim des Patienten zum Beispiel ganz unterschiedliche Entzündungszellen. Auch die Lungenfunktionsparameter verhalten sich unterschiedlich. Beim Asthmatiker verändert sich zum Beispiel der Peak-Flow im Laufe des Tages ziemlich stark, beim COPD-Patienten kaum. Man spricht von der unterschiedlichen "Peak-Flow-Variabilität". Leser, die sich noch einmal über den "Peak-Flow" informieren möchten, können dazu unsere Mai-Ausgabe im Archiv zu Rate ziehen. Es liegt auf der Hand, dass nur der Arzt hier eine sichere Diagnose treffen kann. Andere Unterscheidungskriterien sind jedoch wesentlich einfacher zu bewerten. So tritt die COPD in aller Regel erst ab dem 35. Lebensjahr auf, während an Asthma selbst Kinder besonders häufig leiden. Das wiederum hat mit dem eigentlichen Hauptunterscheidungsmerkmal beider Krankheiten zu tun: Asthma entsteht in den meisten Fällen infolge einer Überempfindlichkeit der Atemwege. Es kommt zur Schwellung und Entzündung der Bronchialschleimhaut. Die kleinen Bronchialmuskeln, die die Bronchien gewissermaßen "umwickeln", werden bei einem Asthmaanfall angespannt. Dabei schnüren sie die Atemwege bildlich gesprochen von außen zu. Der Schleim in den Bronchien verengt die Luftwege zusätzlich. Atemnot ist die Folge. Auslöser für solche Asthmabeschwerden können zum Beispiel Gräserpollen, Tierhaare oder Nahrungsmittel sein. Aber auch Tabakrauch, kalte Luft, Herbstnebel und körperliche Anstrengungen sind Asthma-Auslöser. Die COPD wird hingegen fast ausnahmslos durch das Rauchen verursacht. Sie macht sich jedoch erst nach langjährigem Zigarettenmissbrauch bemerkbar und beginnt, anders als das plötzlich auftretende Asthma, "schleichend". Leider sind die Einschränkungen der Lungenfunktion beim COPD-Patienten irreversibel. Asthmasymptome sind hingegen reversibel, das heißt, die Atemnot tritt nur anfallsweise auf. Zwischen zwei Asthmaanfällen kann der Patient völlig beschwerdefrei sein.

Schaubild COPD & Asthma


Es ist nur zu verständlich, dass die gezielte Behandlung der jeweiligen Erkrankung ihre unterschiedlichen Ursachen in besonderem Maße berücksichtigt. Wer an einer COPD leidet, muss vor allem unbedingt mit dem Rauchen aufhören, vor Pollen braucht er sich jedoch nicht zu fürchten. Letztere können für den Asthmatiker hingegen ein "Drama" sein. Insbesondere im Frühjahr und in den Sommermonaten ist der wöchentliche Blick auf den "Pollenflugkalender" ein regelrechtes "Muss". Dennoch gibt es auch gemeinsame Behandlungsstrategien. Da beide Lungenleiden sowohl mit einer Entzündung als auch einer Luftwegsverengung einhergehen, ist deren Bekämpfung für beide Krankheiten unabdingbar.

Asthma-Auslöser gibt es auch im Herbst

Ob ein Asthmatiker mit seinen Beschwerden noch "im grünen Bereich" liegt oder das "rote Warnlicht" bereits aufleuchtet, zeigt ihm sein Peak-Flow-Diagramm. Der Peak-Flow oder "PEF"-Wert (engl.: peak experatory flow = Spitzenfluss der Ausatmung) gibt den maximalen Luftstrom während einer kurzen und kräftigen Ausatmung an und kann vom Asthmatiker sehr einfach selbst ermittelt werden. Da der PEF stark vom freien Durchmesser der Atemwege abhängt, lässt er Rückschlüsse auf die Lungenfunktion zu und ist eine einfache Kenngröße für den Grad der Asthmabeschwerden. Im Alltag hat es sich in diesem Zusammenhang bewährt, die Farbe der Ampel zur Kennzeichnung des Beschwerdegrades zu verwenden. Im grünen Bereich hat der Betreffende mit einem PEF-Wert von 400-500 Liter pro Minute kaum Atembeschwerden. Der gelbe Bereich kennzeichnet eine PEF von etwa 250 bis 400 l/min und geht schon mit merklicher Atemnot einher. PEF-Werte unter 250 l/min sind ein wirkliches Alarmzeichen, weil bereits stärkste Atemnot vorliegt.

Peak-Flow-Protokoll
Beispiel für ein Peak-Flow-Protokoll


Obwohl das Frühjahr bekanntermaßen die "Haupt-Asthmazeit" ist, werden auch im Herbst viele Asthmatiker wieder schlechtere PEF-Werte messen. Vor allem die durch die spezifische Wetterlage größere Belastung mit industriell verursachten Luftschadstoffen spielt dabei eine große Rolle. Nasskalte Nebel und die beginnende Heizperiode, die die Schornsteine wieder rauchen lässt, bewirken ein Übriges. Zudem haben einige Gräser in dieser Zeit eine kräftige Nachblüte. Blütenpollen sind die häufigsten Auslöser eines Asthmaanfalls. Fast jeder zweite Allergiker reagiert darauf. Tierhaare, Nahrungsmittel und Hausstaubmilben führten dagegen nur bei jedem fünften bis sechsten zu Allergien. Die meisten Asthmapatienten halten im Frühjahr und im Sommer eine besonders konsequente "Allergenkarenz": Sie vermeiden jeglichen Kontakt mit den Asthmaauslösern und schützen sich dadurch vor Asthmaanfällen. Im Herbst ist die Pollenflugkonzentration an regnerischen Tagen nur gering. Sie nimmt bei windigem und lauem Wetter zwar zu, erreicht aber bei weitem nicht die Intensität des Frühjahres. Den Industrieabgasen, der kalten Luft, dem Nebel und den Temperaturschwankungen vermögen aber selbst das tägliche Haarewaschen und der teure Pollenfilter in der Klimaanlage des Autos nicht zu trotzen. Sie sind die Ursache des so genannten nicht-allergischen** Asthmas. Viele Asthmatiker leiden an einer Mischform aus allergischem und nicht-allergischem Asthma. Unspezifische Reize, wie Schornsteinqualm und verschmutzte Luft, aber auch Virusinfektionen können deren Asthmabeschwerden daher erheblich verschlimmern.

Medikamente nicht vergessen!

Natürlich wird der Asthmatiker, dessen Beschwerden im Herbst zugenommen haben, seine Medikamente peinlich genau nach Vorschrift inhalieren. Vor allem die bronchienerweiternden Mittel zur Vorbeugung der Atemnot wird er nicht missen wollen. Ihre wohltuende Wirkung auf die Verbesserung des Luftholens erfährt er ja ganz unmittelbar. Die entzündungshemmenden Substanzen, die gewissermaßen die Ursachen der Asthmabeschwerden bekämpfen, bleiben hingegen oftmals "auf der Strecke". Ihr Effekt ist ja nicht so unmittelbar spürbar. Gerade sie tragen aber mit dazu bei, dass sich die Asthmabeschwerden im Verlauf der Jahre nicht weiter verschlimmern. Medikamente, die beide Substanzen in einem Inhalator enthalten, schützen den Asthmapatienten daher in gewisser Weise doppelt: Zum einen bekämpfen sie sowohl die Entzündung als auch die Atemwegsverengung in einem, zum anderen schützen sie den Betroffenen davor, den Entzündungshemmer einfach zu "vergessen".

Asthma bronchiale

Beim Asthma bronchiale sind die Atemwege infolge einer chronischen Entzündung der Bronchialschleimhaut und einer dauernden Überempfindlichkeit der Atemwege zeitweise eingeengt. Deshalb ist sowohl eine antientzündliche als auch eine antiobstruktive Behandlung erforderlich.

Erfreulicherweise inhalieren heutzutage bereits viele Asthmatiker gleichzeitig antientzündliche und bronchienerweiternde Mittel. Formoterol ist zum Beispiel ein sehr moderner "Bronchienerweiterer", Budesonid ein vielfach bewährter "Entzündungshemmer". Besonders einfach haben es jene Asthmatiker, die "beide Substanzklassen in einem Inhalator" bekommen. Sie brauchen sich nicht mit unnötig vielen "Sprays" herumschlagen und können sicher sein, dass sie die beiden Wirkstoffe in der richtig aufeinander abgestimmten Dosis erhalten. Die Kombination aus diesen beiden Wirkstoffen ist außerdem für die Behandlung nach dem modernen "Asthmakontrollplan", den wir in unserer Juni-Ausgabe vorgestellt haben, geeignet. Dabei inhaliert der Asthmatiker in Abstimmung mit seinem behandelnden Arzt gerade soviel Wirkstoff wie nötig, aber gleichzeitig so wenig wie möglich.

FAQ´s: Was ist eigentlich Inzidenz und was Prävalenz?

Die Häufigkeit des Auftretens einer Krankheit wird oft durch ihre "Prävalenz" und ihre "Inzidenz" ausgedrückt. Letzteres ist die Anzahl von Individuen, die innerhalb einer bestimmten Zeit (meist ein Jahr) eine Krankheit entwickeln. Die Prävalenz gibt den Prozentsatz einer Population mit einer Krankheit, Störung oder Abnormität zum Zeitpunkt der Untersuchung an. * "Obstructio" (lat.) bedeutet soviel wie "Verlegung" oder "Verstopfung" und weist darauf hin, dass die entzündete und geschwollene Bronchialschleimhaut bei COPD-Patienten zu einer dauerhaften Einschränkung des Lufttransports führt. **Sollte Ihnen die Bezeichnung "intrinsisches" Asthma einmal zu Ohren gekommen sein, so ist genau dies damit gemeint.


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