Asthma Aspekte - Kompetenzzentrum für Atemwegserkrankungen

Was ist Asthma bronchiale?
Hauptmerkmal sowohl beim allergisch bedingten als auch beim nichtallergisch bedingten Asthma, ist eine Entzündung der Atemwege.

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"Den Arzt konnten sich früher nur die Reichen leisten". Das gemeine Volk war auf den örtlichen Quacksalber, Heilkundige oder das Kräuterweiblein aus dem nahen Wald angewiesen. Richtige "Patienten" waren oft ebenso hochgestellte Persönlichkeiten, wie die wenigen behandelnden Ärzte. Obwohl es heutzutage kaum vorstellbar ist, war für die Behandlung einer Krankheit nicht einmal der persönliche Kontakt zwischen der hochgestellten Persönlichkeit des Kranken und dem oft als Koryphäe weltbekannten Arzt erforderlich.

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Asthma Aspekte

Professor Jean Fernel (1497-1558)

Operation"Konsilium" über den Lungenschleim

Das "Kranksein" konnten sich früher nur die Reichen leisten. Ohne darüber zu spekulieren, ob dieser Satz in naher Zukunft auch in Deutschland wieder zu einer "wahren Aussage" avanciert, wollen wir lieber präzisieren: "Den Arzt konnten sich früher nur die Reichen leisten". Das gemeine Volk war auf den örtlichen Quacksalber, Heilkundige oder das Kräuterweiblein aus dem nahen Wald angewiesen. Richtige "Patienten" waren oft ebenso hochgestellte Persönlichkeiten, wie die wenigen behandelnden Ärzte. Obwohl es heutzutage kaum vorstellbar ist, war für die Behandlung einer Krankheit nicht einmal der persönliche Kontakt zwischen der hochgestellten Persönlichkeit des Kranken und dem oft als Koryphäe weltbekannten Arzt erforderlich. Der Mediziner gab nur allzu oft seine wertvollen Ratschläge aus der Ferne, ohne den Patienten jemals zu Gesicht bekommen zu haben. Derartige "ferndiagnostische Ratschläge und Behandlungsvorschriften" bezeichnet man als Konsilium. Oftmals basierten Konsilien auf recht unzureichende Schilderungen über die Vermögensverhältnisse und das Temperament des Kranken. Nur im Idealfall übermittelte der Bote des Ratsuchenden auch die Symptome und den bisherigen Krankheitsverlauf seines Herren. Dennoch trifft der "Konsiliarius" auf dieser wackligen Basis oft weitreichende Beschlüsse über die anzuwendende Heilmethode, die dann nicht selten – im unerschütterlichen Vertrauen auf den großen Gelehrten – über Jahrhunderte von anderen zu Rate gezogen werden. Unser Leser möge dies bedenken, wenn er sich das folgende Konsilium "über die trockene Lebensweise gegen Lungenschleim" zu Gemüte führt. Der französische Professor Jean Fernel (1497-1558) schildert in diesem Konsilium die Behandlung einer Lungenkrankheit auf der Grundlage der "Säftelehre":

"Für Herrn Sigismund, der an Orthopnoe* leidet. Weil ich aus Deinem Brief, berühmter Herr Sigismund, sehe, daß Du von dem höchsten Wunsche beseelt bist, die Gesundheit wiederzuerlangen und Du nicht wenig Hoffnung auf mich gesetzt hast, fühle ich mich heftig verlockt, mit geeigneten Mitteln zu helfen. Ich habe also eine sehr leichte Heilweise für Dich ausfindig gemacht und einige Heilmittel, die mit Gottes Hilfe Dich von dieser schweren Knechtschaft befreien können, und dies, wie Du es fordertest, zart und sanft.

Das vorgestellte Leiden ist eine Orthopnoe, die zu bestimmten Zeiten wiederkehrt, deren Abstände ich gern gewußt hätte. Bei diesem Leiden scheinen die Lungen bereits bis zu einem gewissen Grade von einem dicken und zähen Schleim verlegt zu sein, von dem auch die Lungensubstanz selbst etwas vollgestopft ist. Sooft aber ein neuer Katarrh vom Kopfe sich dorthin verlegt, verschlimmert er die Verstopfung, unterbricht die Luftzufuhr und erzeugt Atemnot.

Es bestehen also zwei Hauptziele der Behandlung, 1. daß der Katarrh von der Lunge ferngehalten wird und 2. daß die schon lange vollgestopften Lungen wieder befreit werden. .... Dies geschieht aber, wenn eine sparsame und ausgetrocknete Lebensweise eingehalten und zweimal am Tage Speise genossen wird, nicht mit Suppen, Brühen und sonstigen Flüssigkeiten, sondern fast immer mit gebratenem Fleisch. Von Früchten muss man Abstand nehmen, außer von Rosinen, Feigen, Pflaumen und Mandeln. Möglichst soll oft gedurstet werden, damit jeder überflüssige Saft im Körper verbraucht wird und der Kopf, die Quelle des Übels, ausgetrocknet wird. Der Kopf muss jeden Tag getrocknet und mit rauhem Leinen abgerieben werden. Danach wird Schleim aus der Nase gelockt und manchmal wird Niesen erregt. Mittagsschlaf soll vermieden werden.

Nun aber ist die eigentliche Kur zu beginnen, die 30 Tage dauert und mithilfe von Medikamenten die fehlerhafte Konstitution des Körpers beseitigt...."

Da fast das gesamte Konsilium geradezu das Gegenteil dessen empfiehlt, was jeder Arzt seinem Patienten heutzutage raten würde, verzichten wir auf die Darstellung der "geeigneten medikamentösen Kur". Selbst die im Konsilium abschließend angeratene "gute Lebensweise" hat den entstandenen gesundheitlichen Schaden sicherlich nicht mehr aufwiegen können.

* Orthopnoe = Luftnot


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