Asthma Aspekte - Kompetenzzentrum für Atemwegserkrankungen

Was ist Asthma bronchiale?
Hauptmerkmal sowohl beim allergisch bedingten als auch beim nichtallergisch bedingten Asthma, ist eine Entzündung der Atemwege.

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Atropin wurde schon frühzeitig in den Arzneimittelschatz des Apothekers aufgenommen. Bereits im Jahre 1852 erscheint das Gift im Codex medicamentarius Hamburgensis. Vier Jahre später veröffentlicht der französische Arzt Claude Francois Michea (1815-1882) einen Bericht über die Anwendung des Atropins bei der Asthmabehandlung. In der Folgezeit sind Injektionen von Atropinsalzen zunehmend dazu benutzt worden, die schweren Beschwerden von Asthmatikern zu lindern.

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Asthma Aspekte

Eine "bella Donna" gegen asthmatische Beschwerden

ArztDie schwarze Tollkirsche (Atropa bella-donna L.) blüht von Juni bis August am Rande schattiger Laubwälder und auf Kahlschlägen. Die meterhohe strauchartige Staude ist in Europa weit verbreitet. Alle Pflanzenteile sind stark giftig. Sie enthalten zahlreiche Alkaloide, vor allem das Atropin.

Der deutsche Name "Tollkirsche" wurde der Pflanze wohl schon im Mittelalter verliehen, weil der Verzehr der kirschähnlichen Früchte zu Verwirrtheits- und Erregungszuständen, oft sogar zu Tobsuchtsanfällen führt. Die wissenschaftliche Bezeichnung "bella donna" hat jedoch eine ebenso nachvollziehbare Wurzel. Der mit "schöne Dame" übersetzte Name hängt mit den pupillenerweiternden Eigenschaften des Atropins zusammen. Frauen bedienten sich des Pflanzensaftes und träufelten sich ein wenig davon in die Augen. Ihre besonders "großen Augen" hatten zweifelsohne eine eigenartig verführerische Wirkung.

Atropin wurde schon frühzeitig in den Arzneimittelschatz des Apothekers aufgenommen. Bereits im Jahre 1852 erscheint das Gift im Codex medicamentarius Hamburgensis. Vier Jahre später veröffentlicht der französische Arzt Claude Francois Michea (1815-1882) einen Bericht über die Anwendung des Atropins bei der Asthmabehandlung. In der Folgezeit sind Injektionen von Atropinsalzen zunehmend dazu benutzt worden, die schweren Beschwerden von Asthmatikern zu lindern. Die Patienten konnten nach der Behandlung wieder Treppen steigen, Hausarbeit verrichten und spazieren gehen, berichtet die medizinische Fakultät in Montpellier um 1859. Die positiven Ergebnisse einer Atropin-Therapie sprachen sich im damaligen Europa schnell herum. Wurde anfangs noch zum vorsichtigen Umgang mit dem Gift geraten, erkannte man schon bald seine Vorteile gegenüber bisherigen Asthmamitteln, wie Opium, Chloroform oder Morphin. Carl Harko von Noorden (1858-1944) fasst die damaligen Behandlungsmethoden und ihre Ergebnisse wie folgt zusammen:

"Das Urtheil geht dahin, daß man bei typischem Asthma bronchiale gut, manchmal vortreffliche und langdauernde Heilerfolge durch Atropin erzielen kann... Was nun die Behandlung betrifft, so wird sie in der Wiese durchgeführt, daß die tägliche Dosis mit ½ Milligramm Atropin innerlich begann. Jeden zweiten Tag wird um ½ Milligramm gesteigert, bis 4 Milligramm am Tage erreicht waren. Nach einiger Zeit wird die Dosis wieder vermindert. Die Dauer dieser ersten Atropinkur erstreckt sich in der Regel über vier bis sechs Wochen..."

Der rationale Hintergrund für den heute nicht mehr gebräuchlichen Einsatz dieses Giftes in der Asthmatherapie ist einfach: Atropin gehört zur Gruppe der so genannten Parasympatholytika. Das sind Substanzen, die die Wirkung des Parasympathikus blockieren. Aus unseren Betrachtungen zur Wirkung moderner Beta-2-Sympathomimetika (lesen Sie dazu in der Märzausgabe von "Asthma Aspekte" unter der Rubrik "Aktuelles aus Wissenschaft und Forschung" nach) wissen wir, dass der Parasympathikus der Gegenspieler des Sympathikus ist. Wird der Sympathikus aktiviert, so werden die Bronchien erweitert. Der Parasympathikus stellt sie hingegen eng. Substanzen, die den Parasympathikus abschwächen, haben deshalb vergleichbare Effekte wie jene Stoffe, die die Sympathikusaktivität verstärken. Letztere kennen wir bereits gut. Es sind die Beta-2-Sympathomimetika.


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