Asthma Aspekte - Kompetenzzentrum für Atemwegserkrankungen

Was ist Asthma bronchiale?
Hauptmerkmal sowohl beim allergisch bedingten als auch beim nichtallergisch bedingten Asthma, ist eine Entzündung der Atemwege.

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Asthma Aspekte

Wie wirken bronchienerweiternde Mittel gegen Asthma?

MannBeim Asthma-Anfall kommt es zu einer Verkrampfung der Bronchien. Die verengten Luftwege erschweren den Sauerstoffaustausch in der Lunge und führen zu einer Anreicherung von Kohlendioxid im Blut. Dies ist eine lebensbedrohliche Situation für den Stoffwechsel jeder einzelnen Körperzelle. "Erwartungsgemäß" löst unser Gehirn, als zentrale Schaltstelle des gesamten Organismus, in dieser Situation Alarm aus.

Es ist leicht einzusehen, dass die einzig vernünftige Möglichkeit, dem Luftmangel beim Asthma zu begegnen, in einer Erweiterung der Atemwege besteht. Medikamente mit bronchienerweiternder Wirkung lindern die Luftnot und verbessern die Asthmabeschwerden nachhaltig. Nach englischem Vorbild werden sie meist als "Reliefer" (relief = engl.: lindern, erleichtern) bezeichnet. Zu den stärksten "Erweiterern der Atemwege" gehören die so genannten Beta-2-Sympathomimetika. Ihr Wirkprinzip ist recht einfach:

Die Atmung läuft bekanntlich ohne unser Dazutun ab. Sie wird durch unser vegetatives Nervensystem sozusagen automatisch gesteuert. Letzteres besteht aus einem sympathischen (Sympathikus) und einem parasympathischen (Parasympathikus) Anteil. Eine Aktivierung des Sympathikus stellt unsere Luftwege weit. Dazu docken bestimmte körpereigene Substanzen (zum Beispiel Adrenalin) an eigens dafür vorgesehene "Beta-2-Rezeptoren" an, die sich vermehrt in den Atemwegen befinden. Werden sie aktiviert, so erschlafft die Atemwegsmuskulatur. Letztere ist beim Asthmaanfall verkrampft und schnürt die Luftwege gewissermaßen zu. Wenn die Bronchialmuskulatur erschlafft, wird der Bronchus wieder weit. Substanzen, die mit einer derartig "Sympathikus-aktivierenden Wirkung" an die Beta-2-Rezeptoren andocken, heißen folgerichtig "Beta-2-Sympathomimetika".



Die Wirkungsweise der Beta-2-Sympathomimetika (schematisch)


Es gibt zahlreiche verschiedene Beta-2-Sympathomimetika. Manche wirken nur sehr kurz, dafür aber auch sehr schnell. Sie können beim akuten Asthma-Anfall lebensrettend sein. Für die Dauerbehandlung eignen sich langwirksame Beta-2-Sympathomimetika verständlicherweise sehr viel besser. Wenn sie dazu auch noch einen schnellen Wirkeintritt hätten, wären sozusagen "zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen". Tatsächlich gibt es ein solches lang wirksames Beta-2-Sympathomimetikum mit schnellem Wirkeintritt. Es ist das Formoterol. In unserer nächsten Ausgabe wollen wir uns mit einer zweiten wichtigen Wirkstoffgruppe, den Entzündungshemmern, beschäftigen. Obwohl sie keinen direkten Einfluss auf die verkrampfte Bronchialmuskulatur haben und daher beim akuten Asthma-Anfall auch nicht helfen, spielen sie vor allem für die Langzeit-Behandlung des Asthma eine große Rolle. In der Mai-Ausgabe werden wir auch sehen, warum es am sinnvollsten ist, Atemwegserweiterer und Entzündungshemmer in der Asthma-Therapie mit einander zu kombinieren.

* Beim Erstkontakt mit einem Allergen tritt keine allergische Reaktion auf. Der Organismus "entlarvt" das Allergen hier lediglich als schädlich und beginnt dann unverzüglich mit der Produktion von Antikörpern. Erst wenn das Allergen ein zweites mal auf den Organismus trifft, wo diese Antikörper gewissermaßen schon auf ihn warten, kommt es zu einer Immunreaktion und damit zur Allergie.

** Der Peak-Flow (engl.: Peak Exspiratory Flow = PEF) entspricht dem maximalen Luftstrom während einer kurzen und kräftigen Ausatmung. Seine Größe hängt vom Durchmesser der Atemwege ab. Je höher der PEF-Wert, desto weiter sind die Atemwege und desto geringer sind die Asthmabeschwerden.



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