Was ist Asthma bronchiale?
Hauptmerkmal sowohl beim allergisch bedingten als auch beim nichtallergisch
bedingten Asthma, ist eine Entzündung der Atemwege.

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Asthma Aspekte
Wie kommt es zum Asthmaanfall? - Ein Exkurs in die Immunologie
Was das Asthma letztendlich bedingt, ist noch immer Gegenstand intensiver Forschungen. Die Auslösemechanismen des Asthmaanfalls sind jedoch gut bekannt: Das Grundproblem des Asthmakranken ist die Überempfindlichkeit seiner Bronchialschleimhaut. Treffen bestimmte Auslöser, so genannte Trigger, auf die Schleimhaut, so kann es zum Asthmaanfall kommen. Stammen diese Auslöser von außen, so spricht man von einem allergischen Asthma. Sind keine äußeren Auslöser erkennbar oder wird das Asthma durch Infekte ausgelöst, nennt man es "Infekt-Asthma". Vier von fünf asthmakranken Kindern und ein Großteil der betroffenen Erwachsenen haben ein allergisches Asthma. Für sie ist es von entscheidender Bedeutung, ihre individuellen Trigger zu kennen. Nur so können sie einem Asthmaanfall vorbeugen, rechtzeitig reagieren und gegebenenfalls gegensteuern. In diesem Zusammenhang ist es nützlich, einige Grundbegriffe des allergischen Geschehens kennen zu lernen. Obwohl die biochemischen Prozesse, die zu allergischen Reaktionen führen, sehr komplex sind und man viele Bücher darüber füllen könnte, sind die grundlegenden Zusammenhänge leicht zu verstehen, wenn man sich von einigen wenigen Fachbegriffen nicht abschrecken lässt.
Die Allergie ist eigentlich eine Fehlreaktion unserer Körperabwehr, dem Immunsystem. Allerdings ist das Immunsystem des Allergikers nicht etwa zu schwach, sondern zeigt eher eine Überaktivität. Der Allergiker wehrt sogar Stoffe ab, die normalerweise vollkommen unschädlich sind. Neben dem Asthma basiert auch die Neurodermitis und der Heuschnupfen auf einer solchen Allergie. Die drei Krankheitsbilder werden daher auch oft als "atopisches Syndrom" zusammengefasst.
Was hat Allergie nun aber mit dem Asthmaanfall zu tun?
Wir nehmen ständig Millionen kleinster Fremdsubstanzen auf. Gewöhnlich passiert dabei gar nichts. Wenn allerdings Viren oder Bakterien mit der Atemluft eingeatmet werden, schreitet unser Immunsystem sofort ein und vernichtet sie: Dazu muss zuerst der Gefahrenstoff (das Antigen) erkannt werden, dann werden entsprechende Antikörper produziert. Jede Antikörperfamilie ist auf die Vernichtung eines bestimmten Eindringlingstyps programmiert. Das Immunsystem hat deshalb viele Mitkämpfer. Leider ist das Immunsystem des Allergikers oft nicht in der Lage zwischen harmlosen und gefährlichen Eindringlingen zu unterscheiden. Es wird auch bei normalerweise ungefährlichen Stoffen wie Blütenpollen, Tierhaaren oder bestimmten Nahrungsbestandteilen aktiv. Die Antikörperfamilie, die die meisten allergischen Reaktionen hervorruft, ist das so genannte Immunglobulin E (IgE). Beim Asthmakranken ist gerade dieses IgE - wahrscheinlich von Geburt an - übermäßig vorhanden. Außerdem spielt es in gewissem Sinne tatsächlich "verrückt", weil es andauernd "Eindringlinge" erkennt, wo keine sind. So entwickelt es z.B. innerhalb von Sekunden eine äußerst starke Abwehrreaktion – sagen wir ´mal gegen harmlose Roggenpollen. Dabei verbindet sich das IgE mit dem Eindringling. Letzteres wird sinnigerweise als Antigen-Antikörper-Reaktion bezeichnet. Bis hierhin ist das alles eigentlich noch nicht schlimm. Nun kommt aber der Knackpunkt: Die IgE-Antikörper sitzen auf den so genannten Mastzellen. Mastzellen sind wie kleine Bomben mit bestimmten Substanzen gefüllt. Solange sie ganz bleiben, sind diese Substanzen eingeschlossen und inaktiv. Platzt die Mastzelle jedoch, wird ihr Inhalt freigesetzt, dringt in das umliegende Gewebe und führt zu einer örtlichen Entzündung. In den Atemwegen sind besonders viele Mastzellen vorhanden. Entdeckt nun ein IgE-Antikörper einen vermeintlichen Fremdstoff und beginnt mit seiner Vernichtung (der Antigen-Antikörper-Reaktion), ist dies ein sicheres Signal für die Mastzelle sofort zu platzen. Einer der aus der Mastzelle freigesetzten Stoffe ist das Histamin. Es sorgt dafür, dass sich die Bronchialmuskeln zusammenziehen, vermehrt Schleim abgegeben wird und sich das Gewebe entzündet. Der Asthmaanfall ist da. Man kann sich leicht vorstellen, dass selbst kleine und unbedeutende Reizstoffe in der Atemluft auf diese Art einen schlimmen Asthmaanfall auslösen können.
a) Mastzelle im Ruhezustand
b) Das Immunglobulin IgE ist bei Asthmatikern vermehrt vorhanden. Es sitzt auf den Mastzellen.
c) IgE erkennt den "Eindringling"und verbindet sich mit ihm wodurch die Mastzelle platzt. Histamin wird freigesetzt und entzündet das Gewebe.
Selbst wenn Sie sich nicht alle Einzelheiten merken werden, für das Verständnis der allergischen Reaktion ist es wichtig, in Erinnerung zu behalten, dass nicht der eingeatmete Stoff selbst die Schleimhaut reizt, sondern dass eine regelrechte Kettenreaktion in Gang kommt, die schließlich im Asthmaanfall endet. Natürlich können aggressive Luftschadstoffe oder staubige Luft das ohnehin überempfindliche Bronchialsystem auch direkt reizen. In der Regel können durch eine sorgfältige Auswertung der Asthmasymptome und Tests, bei denen der Asthmatiker einem "verdächtigen" Antigen ausgesetzt wird, solche gefährlichen Auslöser identifiziert werden.
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